Hausgottesdienste
Hausgebet für die Fastenzeit
Hausgebet in der Fastenzeit
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Hausgebet in der Fastenzeit
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Hausgottesdienst: So, der 30.03.2025, 4. Fastensonntag im Jahreskreis C
Hausgottesdienst
4. Fastensonntag (C)
30.03.2025
Lied: Wohin soll ich mich wenden (GL 145)
Einleitung
In der Fastenzeit sind wir eingeladen, über uns nachzudenken. Im Evangelium wird uns heute das Thema „Barmherzigkeit“ vor Augen gestellt. Gott fordert auch von uns, dem anderen gegenüber barmherzig zu sein. Das ist nicht immer leicht, dies darf aber nicht der Grund sein, nicht auf den anderen zuzugehen. Am Beginn dieser Feier treten wir vor den Herrn hin und rufen:
Kyrie-Ruf
Herr, Jesus Christus, du bist gekommen, um die Menschenliebe des Vaters zu bezeugen.
Herr, erbarme dich.
Du rufst uns zur Versöhnung.
Christus, erbarme dich.
Du hast alles Dunkel überwunden, selbst den Tod.
Herr, erbarme dich.
Gebet
Gott, du hast uns geboten, auf deinen geliebten Sohn zu hören. Nähre uns mit deinem Wort und reinige die Augen unseres Geistes, damit wir fähig werden, deine Herrlichkeit zu erkennen. Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen.
Evangelium (Lk 15, 1-3.11-32)
In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu ihm, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Dieser nimmt Sünder auf und isst mit ihnen. Da erzählte er ihnen dieses Gleichnis und sagte: Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht! Da teilte der Vater das Vermögen unter sie auf.
Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen. Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er begann Not zu leiden. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon. Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss, ich aber komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner!
Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von Weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Da sagte der Sohn zu ihm: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt einen Ring an seine Hand und gebt ihm Sandalen an die Füße! Bringt das Mastkalb her und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn dieser, mein Sohn, war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein Fest zu feiern.
Sein älterer Sohn aber war auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz. Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle. Der Knecht antwortete ihm: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen.
Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu. Doch er erwiderte seinem Vater: Siehe, so viele Jahre schon diene ich dir und nie habe ich dein Gebot übertreten; mir aber hast du nie einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet. Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber man muss doch ein Fest feiern und sich freuen; denn dieser, dein Bruder, war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.
Gedanken zum Evangelium
Wer mit mehreren Geschwistern und nicht als Einzelkind aufgewachsen ist, kennt wahrscheinlich das Gefühl, sich ungerecht behandelt zu fühlen:
• Die Größeren dürfen viel länger aufbleiben.
• Die Kleineren dürfen mehr als wir früher durften.
• Die Größeren bekommen mehr Taschengeld als ich.
• Der oder die wird mit viel mehr Rücksicht und Verständnis behandelt als ich.
• Der oder die ist Papas oder Mamas Liebling.
• Der oder die wird bei der Erbschaft großzügiger bedacht.
Ein Paradebeispiel ist uns gerade eben begegnet: im älteren Sohn des – im Gleichnis so genannten – „barmherzigen Vaters“. Aber kann man es ihm verdenken oder gar übel nehmen?
Da ist einer pflichtbewusst, hält sich Tag für Tag an die Anweisungen seines Vaters, hält das väterliche Geld und Gut zusammen, verkneift sich nahezu alle Vergnügungen, lebt nur für den Vater und den Hof und dann das!
Da kommt der kleine Bruder wieder angekrochen, der sich als Lebenskünstler versucht hat, aber krachend gescheitert ist, und – quasi als Anerkennung dafür, dass er das halbe Grundkapital des Hofes verschleudert hat – richtet der Vater ein Fest aus.
Des Bruders Reaktion fällt entsprechend heftig aus:
• Er verweigert den erneuten Kontakt mit dem Bruder.
• Ja, mehr noch: Er sagt sich von seinem Bruder los. Er spricht nicht davon, dass sein Bruder zurück gekehrt sei. Nein, er sagt: Kaum ist der gekommen, „dein Sohn“!
• Zugegebenermaßen: an einem Punkt schießt er deutlich über das Ziel hinaus: Dass der Bruder das Geld mit Dirnen durchgebracht hat, das kann er ja gar nicht wissen.
• Aber die Großzügigkeit des Vaters, der mit dem Anstecken des Rings den Jüngeren ja auch erneut als Erben annimmt, die kann er ihm vorwerfen.
Und im Grunde zieht sich ja die Zurücksetzung des älteren Bruders bis in die Überschrift des Gleichnisses durch: „Das Gleichnis vom verlorenen Sohn“.
Denn letztendlich droht am Ende des Gleichnisses der Vater ja wirklich zum zweiten Mal einen Sohn zu verlieren – dieses Mal den älteren. Wir erfahren aber nicht, wie sich der Ältere letztendlich entscheidet. Lässt er sich auf die Argumente seines Vaters ein oder ist er jetzt derjenige, der verloren zu gehen droht?
Der Evangelist Lukas lässt den Schluss bewusst offen. Denn er hält uns damit einen Spiegel vor: In welcher der drei Hauptpersonen findest du dich wieder?
• Kannst Du sein wie der Vater, dessen Liebe zu seinem Kind, das zurück gefunden hat, alles Versagen und Scheitern überwiegt?
• Findest Du Dich wieder in dem Jüngeren, der sich beweisen will und ausbrechen will, aber damit völlig an seine Grenzen stößt und dem nur der Anfang von Null an möglich erscheint?
• Oder steckt auch an Dir der pflichtbewusste große Bruder, der alles richtig machen will?
Wen erkenne ich, wenn ich in diesen Spiegel blicke?
Zur Versöhnung gehören immer zwei: Einer der Versöhnung anbietet, um Versöhnung bittet und einer, der Versöhnung annimmt und gewährt. Was ist das für ein wundervoller Satz aus dem 2. Korintherbrief: Wir sind Gesandte an Christi statt und Gott ist es, der durch uns mahnt: Lasst euch mit Gott versöhnen!
Weil Gott uns immer wieder vergibt, weil er uns immer wieder als sein Kind annimmt, wenn wir im Bewusstsein unseres eigenen Versagens zu ihm zurück kehren, deshalb sollen auch wir einander immer wieder vergeben, wenn der andere mich ehrlich und aufrichtig darum bittet.
In allen Rollen – ob als Vater, als jüngerer Sohn wie als älterer Sohn – müssen wir lernen, über unseren Schatten zu springen. Als Vater dem einen sein Scheitern, dem anderen seine Hartherzigkeit oder sein übertriebenes Pflichtgefühl zu verzeihen. Als Jüngerer den Mut zu haben, von Null neu anfangen zu wollen. Als Älterer sich in Weite und Barmherzigkeit einzuüben und den anderen nicht auf einen einmal gemachten Fehler fest zu nageln.
Ehrliche Versöhnung ist ein hartes Brot. Aber im Grunde sehnen wir uns doch alle danach, in einer versöhnten Welt zu leben. Das fängt bei jedem einzelnen an.
(Wolfgang Kempf)
Lied: Hilf, Herr meines Lebens (GL 440)
Fürbitten
Du, Vater, hast die Macht, die Welt aus ihrer unheilvollen Situation herauszuführen.
Dich bitten wir:
In den Texten der Bibel lässt du uns deine Sehnsucht nach uns Menschen erkennen.
Wende die großen Nöte der Welt, der Kirche und der Menschheit in deiner Liebe zu uns.
Durch Krieg und Terror haben unzählig viele Menschen ihre Heimat verloren. Lass sie Menschen finden, die sie mit offenen Armen aufnehmen und sie mit der Gastfreundschaft beschenken, die du uns gewährst.
Machtansprüche, Unversöhnlichkeit, Aggression und Hass bringen viel Unglück. Hilf uns allen in diesen Wochen der Fastenzeit wieder Ordnung in unsere Beziehungen zu dir, zu unseren Mitmenschen und zu uns selbst zu bringen.
Auch in unserem kleinen, überschaubaren Umfeld von Familie und Freundeskreis sind in der jüngeren Vergangenheit Spaltung und Konflikte aufgetreten. Hilf uns, neu aufeinander zuzugehen und für die Position der jeweils anderen Seite Toleranz aufzubringen.
Für unsere Verstorbenen. Wir hoffen, dass sie in deinen Armen ewige Ruhe finden.
In Jesu Leiden, Sterben und Auferstehung hast du, Gott, in deiner unendlichen Barmherzigkeit und Liebe ein Zeichen der Versöhnung mit uns Menschen gesetzt. Dir können wir dafür nur danken und dich preisen, jetzt und allezeit. Amen.
Einleitung zum Vaterunser
Damit du auch uns an deiner Barmherzigkeit teilhaben lässt, beten wir zu dir, himmlischer Vater, mit den Worten Jesu, deines Sohnes:
Vater unser im Himmel …
Segensgebet
Guter Gott, bleibe du an unserer Seite, ob wir zu Hause sind oder auf dem Weg, ob in der Heimat oder in der Fremde. Lass uns und alle Menschen spüren, du bist der Gott mit uns.
Und so segne uns, Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen
Lied: Sag ja zu mir, wenn alles nein sagt (GL 769)
Der Hausgottesdienst zum Download:
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